Zum Ausgang des Abstimmungssonntags

von Ruedi Noser,
Nationalrat und Mitglied succèSuisse-Trägerschaft

Für eine konstruktive Partnerschaft zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern

Nach Abstimmungen sollte die siegreiche Seite nicht triumphieren, sondern mit Verantwortung und Respekt Wort halten. succèSuisse setzt sich für eine freie, vom Staat unabhängige Schweizer Wirtschaft ein. Diese Wirtschaft muss erfolgreich sein - auf nationaler und auf internationaler Ebene. Jeden zweiten Franken verdienen wir im Ausland, praktisch alle Arbeitsplätze stellt die Wirtschaft zur Verfügung. Zum Teil in kleinen und mittleren Betrieben, zum Teil in weltweit tätigen Konzernen. Dabei sind die «Kleinen» wichtige Zulieferer der «Grossen»; beide zusammen ermöglichen Arbeit, Wohlstand und Stabilität. Für ein kleines Land ohne ergiebige Rohstoffe ist das keine Selbstverständlichkeit.

Ein solcher über Jahrzehnte hinaus ungebrochener Erfolg ist nur möglich, wenn Freiheit und Verantwortung ein Ganzes bilden. Für Unternehmer und für Mitarbeitende müssen faire Bedingungen, ein Klima des gegenseitigen Vertrauens, aussichtsreiche Zukunftsperspektiven und stabile Grundlagen gewährleistet sein. Sonst erlahmen die Risikobereitschaft der Investoren und die Identifikation der Arbeitnehmer mit den Betrieben, in denen sie Hervorragendes leisten.

Ein Blick in die Initiativen-Landschaft zeigt, dass einerseits linke Parteien und die Gewerkschaften die Schweiz mit einem ganzen Netz von Umverteilungsinitiativen überziehen. Anderseits drohen Abschottungsbestrebungen wie die Ecopop-Initiative. Das hat zur Folge, dass beständig an den Grundlagen der Wirtschaftsfreiheit und des einzigartigen Erfolgsmodells gezerrt wird. Zehntausende von Arbeitgebern beweisen Tag für Tag, dass sie dem Vertrauen gerecht werden. Und am Sonntag haben hunderttausende von Arbeitnehmern an der Urne ein klares Bekenntnis abgelegt, dass die Wirtschaft in der Schweiz Vertrauen verdienen soll. Deshalb wäre von den Gewerkschaften zu erwarten, dass auch sie ihren Teil der Verantwortung übernehmen, und nicht mit in Serie geschalteten Abstimmungskämpfen an einem Graben schaufeln, der in Wirklichkeit nicht existiert. Statt Kräfte in unnötigen Abstimmungskämpfen zu verpuffen, würde man sie besser in eine konstruktive Partnerschaft zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern investieren.

 

Aktuell

12.02.2017

Das heutige Nein zur Unternehmenssteuerreform III

Die Wirtschaft braucht jetzt Rechtssicherheit

Die Stimmbevölkerung hat entschieden, die Steuerreform abzulehnen. Im Vorfeld der Pro-Kampagne wurde aufgezeigt, dass diese Steuerreform einen geordneten Übergang in ein neues international akzeptiertes Steuersystem ermöglicht, Steuereinnahmen gesichert und die Handlungsoptionen der Kantone und Gemeinden verbessert hätte. Doch die Ungewissheit, was diese Reform genau für den Mittelstand bedeutet hätte, bewegte eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, ein Nein in die Urne zu legen. Jetzt sind die Kantone und die Politik gefordert, die Rechtsunsicherheit für den Wirtschaftsstandort Schweiz, die mit diesem Nein entstanden ist, so rasch wie möglich zu beseitigen. Mehr