Kommentar

von Carmen Walker Späh,
Präsidentin FDP.Die Liberalen Frauen und succèSuisse-Mitglied

Von wegen Frauen schützen!

SP und Gewerkschaften behaupten, mit ihrer Mindestlohninitiative würden die Frauen vor zu tiefen Löhnen geschützt.

Als Lobbyistin für die Anliegen der Frauen weiss ich, dass Frauen tatsächlich häufiger von Tieflöhnen betroffen sind als Männer. Und auch nach über 30 Jahren Gleichstellung in der Bundesverfassung verdienen Frauen für gleichwertige Arbeit immer noch rund 18,4 Prozent weniger als Männer. Das ist skandalös und ungerecht.

Doch der von den Linken propagierte Mindestlohn wird daran nichts ändern – im Gegenteil! Eine staatlich verordnete Lohnuntergrenze schafft nicht fairere Löhne, sondern führt zu mehr Arbeitslosigkeit, Bürokratie für alle Unternehmerischen und ist ein Dolchstoss ins Herz jeder Sozialpartnerschaft.

Die Zeche werden nämlich ausgerechnet die Frauen zuerst zahlen müssen. Warum? Weil die von Tieflöhnen und Teilzeit geprägten Jobs die ersten sind, die abgebaut werden, wenn der Kampf um Arbeit härter wird.

Die linke Initiative für einen Mindestlohn lehne ich aus Überzeugung ab. Als Liberale fordere ich die Wirtschaft und unsere Unternehmen auf, endlich eigenverantwortlich Lohngleichheit zu schaffen – damit die populistische Mindestlohninitiative chancenlos bleibt! Hier aber sind endlich Taten statt Worte gefragt, sonst reisst auch mir der Geduldsfaden.

Aktuell

12.02.2017

Das heutige Nein zur Unternehmenssteuerreform III

Die Wirtschaft braucht jetzt Rechtssicherheit

Die Stimmbevölkerung hat entschieden, die Steuerreform abzulehnen. Im Vorfeld der Pro-Kampagne wurde aufgezeigt, dass diese Steuerreform einen geordneten Übergang in ein neues international akzeptiertes Steuersystem ermöglicht, Steuereinnahmen gesichert und die Handlungsoptionen der Kantone und Gemeinden verbessert hätte. Doch die Ungewissheit, was diese Reform genau für den Mittelstand bedeutet hätte, bewegte eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer, ein Nein in die Urne zu legen. Jetzt sind die Kantone und die Politik gefordert, die Rechtsunsicherheit für den Wirtschaftsstandort Schweiz, die mit diesem Nein entstanden ist, so rasch wie möglich zu beseitigen. Mehr